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Informieren und Engagieren verringern Vorbehalte gegenüber Forensik

"Die Bürgerinitiative Kafor" wurde vor etwa zehn Jahren von Müttern gegründet, die Angst um ihre Kinder hatten. Eine Forensik ist unbestritten eine Belastung für die Umgebung aber leider auch notwendig, und auch notwendig in der Umgebung der Wohnorte der Täter.

Man hat natürlich Angst vor den Sexualstraftätern. Aber man muss sich bewusst machen, dass Sexualstraftäter nur etwa zehn Prozent der Insassen ausmachen. Ein Sexualstraftäter baut krankheitsbedingt eine besondere Beziehung zu seinem Opfer auf, dass heißt er beobachtet das Opfer. Somit ist bei einer Flucht von Sexualstraftätern in der Umgebung eigentlich nichts zu befürchten. Es ist schlimm genug, dass wir diese Leute in den Kliniken haben, aber sie müssen ja auch therapiert werden.

Wenn man hier Ängste und Sorgen hat, sollte man sich zeigen, sich positionieren, auch notfalls an die Öffentlichkeit gehen. Denn nur so kann man als Verhandlungspartner gegenüber der Öffentlichkeit, gegenüber den Parteien, gegenüber der Landesregierung als Partner auftreten. Man wird mit Sicherheit hier auch einige Emotionen loswerden müssen, aber man hat die Chance hier im Planungsbeirat oder später auch im Klinikbeirat mitwirken zu können. Denn das hat sich im Gegensatz zu früher geändert, heute legt man doch mehr Wert darauf, dass der Bürger und insbesondere auch die Anwohner mitwirken können. Allerdings vertrauen Sie nicht unbedingt den etablierten Gruppen vor Ort, politische Verhältnisse können sich schnell ändern. Wir haben festgestellt, dass man eigentlich nur Zusagen trauen kann, die schriftlich fixiert oder protokolliert wurden. Bestimmte etablierte Gruppen vor Ort können auch nicht immer so massiv auftreten wie eine Bürgerinitiative. Eine Bürgerinitiative kann frei und unabhängig reden. In dem Sinne rate ich, machen Sie mit und informieren Sie sich. Denn wenn Sie mitmachen, erfahren Sie auch von Fachleuten oder durch Klinikbesuche wie es in den Kliniken aussieht. Aber andererseits lassen Sie sich auch in Ihren Meinungen und Positionen nicht unterkriegen. Dafür sind wir freie Bürger, und das wird auch von allen Beteiligten der Klinik respektiert."

Hans Burgwinkel,
Sprecher der Bürgerinitiative Bürger-KaFOR-Köln (Kritiker und Gegner der Forensischen Klinik am Standort Köln-Poll-Westhoven), war Mitglied im Planungsbeirat, heute ist er Mitglied im Klinikbeirat

Quelle: Gesehen, gehört, erzählt von … / Foto: Porzer Ringstraße © Albert Ackermann

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