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Der graue Bus

Das Denkmal der grauen Busse ist ein zweiteiliges Denkmal, das 2006 für die Opfer der Krankenmorde der nationalsozialistischen "Aktion T4" (so genannte "Euthanasie") im Zentrum für Psychiatrie Weißenau (der ehemaligen "Heilanstalt Weißenau") in Ravensburgerrichtet wurde. Der Entwurf der grauen Busse entstand von Horst Hoheisel und Andreas Knitz im Jahr 2005 bei einem Wettbewerb.

Der so genannten "Euthanasie-Aktion" der Nationalsozialisten fielen während des Zweiten Weltkriegs mehr als 300.000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen zum Opfer. Sie galten als "lebensunwert". Allein in den staatlichen Heilanstalten starben bis Kriegsende mindestens 90.000 Patienten durch Hunger und schlechte Versorgung oder sie wurden mit Medikamenten ermordet. Mehr als 70.000 Männer, Frauen und Kinder wurden 1940/41 in der Geheimaktion "T4" in sechs Vernichtungsanstalten vergast.

Denkmalsentwurf von Hoheisel & Knitz, 2006

Inschrift im Grauen Bus

Graue Busse   Graue Busse

Graue Busse

Im Oktober 1939 gab Adolf Hitler mit einem auf den 1.9.1939 zurückdatierten Schreiben den Auftrag zu der als "Euthanasie" bezeichneten Tötung von "lebensunwertem Leben". Die nach der Berliner Tiergartenstraße 4, hier befand sich die Zentrale zur Leitung der Ermordung behinderter Menschen, benannte "Aktion T4" markiert den Beginn der systematisch organisierten Morde. Im Rahmen der "Aktion T4" wurden im Deutschen Reich ca. 70.000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen getötet.

Das Denkmal der grauen Busse gedenkt nicht nur der Opfer, sondern erinnert auch an die Täter. Es besteht aus zwei 70 Tonnen schweren Betonbussen, modellgleiche Nachgüsse der Transportfahrzeuge der sogenannter "Gemeinnütziger Krankentransport GmbH" (Gekrat), mit dem Psychiatriepinnen und Patienten in die Tötungsanstalten deportiert wurden. Dem Denkmal ist das Zitat "Wohin bringt Ihr uns?" eingeschrieben, die überlieferte Frage eines Patienten.

Das Denkmal der grauen Busse wurde 2006 für die "Euthanasie"-Opfer in der ehemaligen Heilanstalt Weißenau in Ravensburg durch die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz errichtet. Ein Betonbus steht heute dauerhaft an der alten Pforte- der "Weißenaun und blockiert dort das historische Tor, aus dem die Todesbusse das Gelände der Heilanstalt verließen, ein zweiter vor dem Landeshaus des LVR in Köln-Deutz.

Ein weiterer grauer Bus wechselt als mobiles Denkmal seine Standorte und markiert deutschlandweit Orte der Tat, Orte der Opfer und Orte der Täter. Die Künstler entschieden sich bewusst für den Bus als Symbol für das Werkzeug der Täter: "Die Busse waren in den Dörfern und Städten bekannt. Keiner hielt sie auf obwohl bald viele von den Todesfahrten wussten. ... weitere Informationen zum "Grauen Bus"

Quelle: LVR Flyer zum DEnkmal / Foto: © Alabert Ackermann

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