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Jüdischer Friedhof Deutz

 Jüdischer Friedhof Deutz / © k-poll.de

Längst geschlossen und nur noch schwer zugänglich: der jüdische Friedhof in Köln-Deutz. "Uralte Bäume strecken ihre mächtigen Zweige über verfallenen Grabsteinen aus. Man wandert wie durch einen steinernen Wald - auf einem der schönsten jüdischen Friedhöfe des Rheinlandes, in Köln-Deutz", so beginnt ein Kapitel des Buches "Zwischen Dom und Davidstern. Jüdisches Leben in Köln von den Anfängen bis heute", das in der KIWI-Köln-Reihe erschienen ist. Der Friedhof ist geschlossen. Bestattet wird schon lange nicht mehr.

Berühmte Kölner

Viele jüdische Kölner, die die ökonomische und kulturelle Entwicklung der Stadt maßgeblich beeinflusst haben, fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Die Familie Oppenheim zum Beispiel, die nicht nur die prachtvolle Synagoge in der Glockengasse bauen ließ, die im November 1938 von den Nazis in Brand gesteckt wurde, sondern auch ein Bankhaus (heute an der Straße Unter Sachsenhausen) sowie die Neue Rheinische Zeitung gründete, als deren Chefredakteur Karl Marx 1842 / 43 arbeitete.Auch Isaak Offenbach liegt hier begraben, dessen siebter Sohn Jacques Offenbach ein berühmter Komponist werden sollte.

Jüdische Geschichte

Von diesen und anderen Personen und Ereignissen legen die Grabsteine Zeugnis ab, die während der Führungen im Mittelpunkt stehen werden. Von ihnen erzählt auch das bemerkenswerte Buch, das Autorin Kirsten Serup-Bilfeldt und Herausgeberin Ulrike Mast-Kirschning vorgelegt haben. Sie verhandeln 2.000 Jahre jüdische Geschichte des Rheinlands und der Stadt Köln, die die älteste jüdische Gemeinde auf deutschem Boden beherbergt. Chronologisch werden die Ereignisse aufgefächert, oft durch Einzelschicksale mit Leben gefüllt, ohne jedoch die großen nationalen oder internationalen Zusammenhänge aus dem Blick zu verlieren. Und weil dieses Buch nicht nur im höchsten Maße informativ und kenntnisreich, sondern auch sprachlich prägnant und gut erzählt ist, legt man es nur ungern aus der Hand, bevor man nicht die letzte Seite gelesen hat.

Stadt Revue • Yvonne Greiner • Juli 2005

Quelle: SR Archiv • Artikel in Ausgabe Juli 2005

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