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Köln Information

Einladung zur Bürgerbeteiligung
an der Rahmenplanung Poll

Vorstellung und Diskussion der Rahmenplanung Poll an zwei Abenden in der Aula der Gemeinschaftsgrundschule Polier Hauptstraße 61 in Köln-Poll

  am Donnerstag, dem 19. November 1992, um 19:30 Uhr,
  und
  am Donnerstag, dem 26. November 1992, um 19:30 Uhr.

Jetzt können Sie mitreden!



Ich bitte Sie herzlich, Ihr Informations- und Beteiligungsrecht wahrzunehmen und an den Veranstaltungen teilzunehmen. Außerdem können schriftliche Stellungnahmen bis zum 23.12.1992 beim Bezirksvorsteher oder beim Amt für Stadtentwicklungsplanung, Augustinerstraße 10, 5000 Köln 1, eingereicht werden.

Mit freundlichen Grüßen
H.-G. Ervens,
Bezirksvorsteher des Stadtbezirks 7 (Porz), Friedrich-Ebert-Ufer 64-70 (Bezirksrathaus)
5000 Köln 90


Warum eine Rahmenplanung Poll ?

Mit dieser Rahmenplanung wird erstmals für Poll ein umfassendes, mittelfristig wirksames Entwicklungskonzept vorgelegt. Vorrangig gab die problematische Verkehrssituation in Poll den Anstoß zu der Rahmenplanung. Ende 1987 hat die Bezirksvertretung Porz die Verwaltung beauftragt, für den gesamten Stadtteil ein Verkehrsberuhigungs- und Verkehrslenkungskonzept zu erstellen. Auf der Grundlage einer gründlichen Bestandsaufnahme sind Vorschläge, wie die vorhandenen Probleme gelöst bzw. verringert werden können, und allgemeine Entwicklungsziele erarbeitet worden.

Die Rahmenplanung besteht aus dem abgebildeten Nutzungs-, einem Verkehrs- und einem Gestaltungskonzept. Vorgeschlagen werden beispielsweise die Verkehrsberuhigung des Straßenzugs Poller Hauptstraße/Maifischgasse, ein durchgehender Grünzug vom Rhein über den Poller Holzweg nach Gremberg, ein Gewerbegebiet zwischen Siegburger Straße und Poller Damm, und ein neuer Kindergarten in der Straße Im Forst.
Die Rahmenplanung ist als mittelfristig wirksames Entwicklungsprogramm zu verstehen. Sie bildet die Grundlage für das Handeln von Rat, Bezirksvertretung und Verwaltung und soll eine Orientierungshilfe für Bürger, Betriebe und Behörden darstellen.

Grundzüge der Rahmenplanung

Bevölkerung und Wohnen

Poll ist seit 1987 wieder ein wachsender Stadtteil. Das ist vor allem auf größere Wohnbauvorhaben zurückzuführen - z.B. am Baumschulenweg und an der Raiffeisenstraße. Unter Einbeziehung dieser Maßnahmen können in Poll bis zu 900 neue Wohnungen geschaffen werden - zum Beispiel auch am Käulchensweg und Am Kielshof.

Soziale Infrastruktur

Mehr Einwohner heißt auch mehr Infrastruktur. "Im Forst" soll eine neue, viergruppige Kindertagesstätte mit ausreichenden Freiflächen zum geplanten Grünzug hin entstehen. Die alte Schule wird als Stadtteilzentrum Vereinen und freien Gruppen zur Verfügung stehen. Der Platz davor soll besser gestaltet werden.

Grün und Freiflächen,Umweltschutz

Poll wurde in der Vergangenheit - wie andere rechtsrheinische Stadtteile auch - durch Verkehrswege (Bahnanlagen und überregional bedeutsame Straßenzüge) von umgebenden Freiflächen abgeschnitten. Im Rahmen einer Aufwertung des gesamten innenstadtnahen Siedlungsraumes im rechtsrheinischen Köln gilt es, diese negative Entwicklung zu korrigieren. Erforderlich ist vor allem die Vernetzung von Grünflächen zu einem System stadtteilbezogener und -verbindender Grünzüge. Von großem Gewicht ist dabei die Verbindung der Rheinaue mit dem zu schaffenden Naherholungsgebiet "Am Wiemersgrund". Sie trifft sich nördlich der Bahnzulaufstrecke zum Verschiebebahnhof Gremberghoven mit einer vorgeschlagenen bahnparallelen Gründverbindung zwischen dem Friedhof Deutz und dem zukünftigen Naherholungsgebiet für die Stadtteile Poll und Humboldt/Gremberg.

Arbeiten und Einkaufen

Ziel der Rahmenplanung ist auch die Erhaltung und Schaffung weiterer wohnortnaher Arbeitsplätze. Annähernd 70 % der Arbeitsplätze in Poll befinden sich heute im Handels- und Dienstleistungsbereich. Neben Unternehmen von überregionaler Bedeutung (z.B. Maschinenbaufabrik Schütte, Technischer Überwachungsverein und Landschaftsverband Rheinland) ist eine breite Mischung aus Betrieben und Leistungen für den lokalen Bedarf vorhanden. Das vorhandene Geschäftszentrum an der Siegburger Straße soll gestärkt und geringfügig nach Süden erweitert werden.

Zwischen Siegburger Straße und Poller Damm soll ein neues Gewerbegebiet entstehen, das vor allem Handwerksbetrieben sowie kleineren Unternehmen des produzierenden Gewerbes offenstehen soll. Die Flächen zwischen Am Grauen Stein und Rolshover Straße - zum Großteil eine ehemalige Deponie - sollen längerfristig ebenfalls Gewerbegebiet werden. Als Messeparkplatz dienen sie nur solange, bis das Gelände sich gesetzt hat und bebaut werden kann.

Verkehr

Das Verkehrskonzept zur Rahmenplanung Poll wurde bereits im April 1991 in die politische Beratung eingebracht. Fußgänger-und Fahrradverkehr, öffentlicher Personennahverkehr und motorisierter Individualverkehr werden gleichgewichtig betrachtet.

Ein aktueller Bedarf für die seit längerem in der Diskussion stehende Umgehungsstraße Poll konnte nicht nachgewiesen werden. Eine Entlastung des Stadtteils vom Kfz-Verkehr soll mit dem Bau einer Querspange zwischen der Straße Am Grauen Stein und der Rolshover Straße sowie einer großräumigen Umfahrung auf der Porzer Ringstraße (nach Bau einer Bahnunterführung) erreicht werden.

Ein Hauptproblem in Poll ist der Straßengüterverkehr. Das Verkehrskonzept sieht Entlastungen durch verkehrslenkende Maßnahmen und durchsetzungsfähige Fahrverbote vor. In einem ersten Schritt soll die Straße "Auf dem Sandberg" (Nordabschnitt) mit einem absoluten Lkw-Abend- und Lkw-Nachtfahrverbot belegt werden. Durch den Fortfall des Zusatzes "Anlieger frei" ist eine wirksame Kon ahndet werden. Später ist eine ähnliche Regelung - nach Gesprächen mit den betroffenen Anliegern - auch in der Siegburger Straße denkbar.

Ein weiterer Handlungsschwerpunkt des Verkehrskonzeptes ist der Bereich Alt-Poll. Hier sind verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Poller Hauptstraße, der Maifischgasse und der Salmstraße vorgesehen. Eine Sperrung der Alfred-Schütte-Allee wird abgelehnt.

Für den öffentlichen Personennahverkehr schlägt das Verkehrskonzept eine veränderte Führung des Busses 159 und eine Beschleunigung der Straßenbahnlinie 7 vor.

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