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Ein Bericht bzw. ein Ratschlag aus dem Jahre 1977

Für jedes Kraftfahrzeug die richtige Pflege

Dem Auto, drohen im Winter mehr Gefahren, als der Fahrer anzunehmen geneigt ist. Vor allem. ist es der Rost, der zur Plage und Wertminderung führt, falls er nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt wird. Die einschlägige Industrie hat genügend Mittel im Angebot, derer man sich bedienen sollte, anstatt Samstag für Samstag den Wagen zu waschen, was auch nicht gerade gut für ihn ist. Stattdessen sollte besser darauf geachtet werden, daß die Karosserie eine sogenannte Schutzschicht aus Wachs bekommt, die den Wagen weit besser konserviert.

In diesen Tagen, in denen viel und oft mit Licht gefahren werden sollte, um den andern besser zu erkennen, müßte die Pflege des Wagens eigentlich oberstes Gebot sein. Dazu gehören auch etliche Accessoires wie zum Beispiel ein Kasten mit Ersatz-Glühbirnen, ein Reservekanister Benzin. Wie oft kommt man in Bedrängnis, besonders an den Wochenenden, wenn viele Tankstellen geschlossen haben, abgesehen von den Werkstätten, die sowieso dicht sind. Man ärgert sich nicht nur selbst, sondern kann obendrein auch mit der Polizei Ärger bekommen.

Diese Sorgfaltspflicht läßt oft zu wünschen übrig, wie nachgewiesen ist. Man sollte auch in diesen Tagen den "Erste-Hilfe-Kasten" einer Inspektion unterziehen und Teile erneuern, die zu alt geworden sind. Gut bewährt hat sich das Kabel, mit dem man von Batterie zu Batterie die leer gewordene wieder startfähig macht. Und wer noch ein paar Mark mehr anlegen will, der beschaffe sich ein Batterie-Ladegerät. Es könnte zu Zeiten höchster Not, zum Beispiel über Nacht, sehr gute Dienste leisten.

Man sollte übrigens viel mehr, wenigstens ab und zu, einen Zubehörartikelladen aufsuchen. Vieles ist dort, das eigentlich ins Auto gehört, anstatt ins Schaufenster oder ins Geschäft. Ein Auto halten kostet eben Geld, damit hat der Autofahrer sich abzufinden. Mit dem Kauf eines Wagens und Bezahlen von Versicherung und Steuer allein ist es nicht getan. Es muß mehr getan werden, und dieses Mehr kostet eben Geld, bürgt dafür aber für mehr Sicherheit.

Von Sicherheit wird immer viel geredet, getan wird aber nicht allzu viel. Bekannt ist, daß die unterschiedlichen Höhen der Stoßstangen manchen Unfall zur Folge haben. Englische Experten haben jetzt festgestellt, daß niedrige Stoßstangen viel zur Minderung beitragen können. Manche Autotypen bei uns haben jedoch eine Höhe von 50 cm. Angeregt wird eine Höhe von 33 cm. Die Differenz zwischen beiden Höhen entscheiden oft über Leben und Tod des Autofahrers. Als Beispiel wird angeführt, wenn ein Fußgänger bei 50 cm Höhe angefahren wird, kann mit seinem Tod gerechnet werden, wenn er in Höhe der Kniescheibe erwischt und vor oder unter das Auto geschleudert wird. Von einer Vereinheitlichung der Stoßstangenhöhe will das Bundesverkehrsministerium aber nichts wissen.


1974 - 1980 Minister für Verkehr und Post- und Fernmeldewesen, Herr Kurt Gscheidle, SPD
* 16. Dezember 1924, Stuttgart / ✞ 22. Februar 2003, Saarbrücken

Quelle: Tagespresse aus 1977 / Foto: © A. Ackermann

Der Bericht hat auch heute, nach gut 40 Jahren, noch eine gewisse aktualität.

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