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Gertrud Schmitz

Keine Zeit für Tennis

Zufall brachte sie auf den Laufsteg - Freizeit mit den Kindern

Ach, wissen sie, ich bin durch einen Zufall Mannequin geworden, erzählte Frau Schmitz, in den paar Minuten, die ihr für ein hastiges Mittagessen zwischen einer langen Sitzung beim Friseur und einer Modeschau bleiben.

Der Zufall sah so aus; Frau Schmitz, gebürtige Kölnerin und Mutter zweier Kinder, besuchte in Köln einen Kursus in der "Schule der Dame". Dort wollte sie all das lernen, was zu einer perfekten Dame gehört. Zufällig sah sie da ein Fotograf, der sofort Aufnahmen von ihr machte. Sie wurde Fotomodell für Frisuren; und damit war der Weg frei zum Mannequin. "Das war vor drei Jahren, und seitdem bin ich pausenlos unterwegs. Von einer Modenschau zur anderen. Jetzt führe ich Kleider in Mülheim vor, anschließend in Göttingen, und in der nächsten Woche geht es endlich für ein paar Tage nach Hause!" Hans-Walter und Karl-Friedrich, die beiden sechs und neunjährigen Jungen, und die Vierzimmerwohnung in Troisdorf warten schon auf die Mutti. Frau Schmitz ist glücklich, daß, sie mal wieder ein paar kurze Tage bei ihren kleinen Söhnen sein kann, die sie sonst immer der Obhut eines Mädchens überlassen muß. "Es ist schreck/ich", seufzt Gertrud Schmitz, "aber ich habe nicht einmal Zeit fürs Tennisspielen. Und dabei habe ich früher gar nicht schlecht gespielt. Sogar im Turnier. Meine ganze Freizeit gehört jetzt meinen Kindern." Auf die Frage, was sie in den Ferien macht, lächelt Frau Schmitz nur "Ferien, die gibt es für mich seit Jahren nicht mehr. Reisen, ja, aber nie zum Vergnügen, daran ändern auch die vielen Auslandfahrten nichts. Ich bin in fast allen Europäischen Ländern gewesen, aber gesehen habe ich so gut wie nichts. übrigens muß ich mich jetzt aber schnellstens umziehen. In ein paar Minuten ist es schon wieder soweit!"

Quelle: NRZ September 1954

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