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Siedlung Laurenz-Kiesgen-Straße

Siedlung Laurenz-Kiesgen-Straße

Eine kleine Siedlung, bestehend aus Kaufeigenheime an der Laurens-Kiesgen-Straße und den Wohnhäusern an der Raabestraße. Die Planung der Siedlung wurde von Prof. Dr. Ing. Selg durchgeführt. Gebaut wurde das Objekt von der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft 1897 Köln RRH. Objektleiter und Architekt Horst Huppertz BDB war für die Durchführung verantwortlich.

Die Häuser Jakob-Kneipp-Straße 2 - 22 wurden in den Jahren 1956/1957 erbaut. Es folgten die Häuser Jakob-Kneipp-Straße 24 - 42 in den Jahren 1959/1960
Die Kaufeigenheime der Laurenz-Kiesgen-Straße wurden in den Jahren 1962/1963 errichtet. Dazu kamen dann noch die drei Geschossigen Häuser mit insgesamt 24 Mietwohnungen.

Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft 1897 Köln rrh eG

Quelle: 65 Jahre GWG1897


Prof. Dr. Ing. Karl Selg
Karl Selg, geboren in Konstanz, erlernte zuerst das Zimmermann-Handwerk und wurde danach Absolvent des Badischen Staats Technikums. Er erweiterte seine Ausbildung als Student der Technischen Hochschule "Fridericiana". Sein wichtigster Lehrer war der Architekturprofessor Otto-Ernst Schweizer, der das Bauen immer als dienende, der Landschaft sich einfügende Funktion verstand. Bei Schweizer diplomierte Selg, wurde sein Assistent und promovierte im Jahr 1951. Bei der Planung einer Siedlung in Freiburg kam Selgs Anliegen, Probleme der Verdichtung menschlich und umweltgerecht zu lösen, bereits zum Vorschein.

Siedlungen in Köln, Bonn, Frankfurt, Essen, Rheinhausen und Hamm machten den freischaffenden Architekten als einen Planer bekannt, der neue Wege ging. Für die Trabantenstadtplanung "Waldstadt-Karlsruhe" forderte der "Bund Deutscher Architekten" einen Ideenwettbewerb, der im August 1956 ausgeschrieben und bereits im November entschieden wurde. Diesen Wettbewerb gewann Karl Selg im Alter von nur 38 Jahren gegen 28 Mitbewerber. Nach Vorgaben des Stadtplanungsamtes wurde von ihm der "Grundriss" für die Waldstadt ohne Durchgangsverkehr in den jeweiligen "Nachbarschaften" konsequent realisiert. Breite Waldstreifen zwischen den Wohnstraßen und den Wohnblocks sollten den Waldcharakter erhalten. Die Gebäude sollten maximal fünfstöckig sein und nicht über die Baumgipfel hinausragen. Er wollte mit diesem Konzept der Idee Rechnung tragen, dass die Waldstadt durch einen "unsichtbaren Wohnungsbau" gekennzeichnet sein sollte. Das Einbinden der Gebäude in die Landschaft und die Harmonie von Mensch, Architektur und Natur waren wichtige Beweggründe für die Arbeit von Karl Selg. Daher empfand er es als großen Kummer, dass OB Klotz, gegen seinen erklärten Vorbehalt, fünf Hochhäuser an der Theodor-Heuss-Allee durchsetzter.

Karl Selg gewann jedoch den Wettbewerb nicht nur mit seinem städteplanerischen Entwurf, sondern auch für die als besonders gut empfundenen Grundrisse der Wohnungen in den Wohnblocks und für die Gestaltung der Schrägfassaden der nord-südlich ausgerichteten Wohnblocks, die mit nach oben zurückgenommenen Balkonen den Sonnenlichteinfall in den unteren Stockwerken optimieren sollten.

Professor Karl Selg wurde 1964 als Ordinarius des Lehrstuhls für Wohnungsbau, Siedlungswesen und Entwerfen an die Architekturfakultät der Universität Karlsruhe (TH) berufen. Aus diesem segensreichen Schaffen wurde er schon im Alter von 63 Jahren durch einen Herzinfarkt gerissen.


Sgraffito Milchmädchen mit Milchkannen und Esel (Poller Embleme) / Entwurf und Ausführung Heinz Schulte, Grafiker

Anmerkung: Habe das Sgraffito noch nicht im Original entdeckt. Kenne nur das Bild
Sgraffito ist eine Dekorationstechnik zur Bearbeitung von Wandflächen. Nach der Auflage verschiedenfarbiger Putzschichten werden Teile der oberen Putzschicht abgekratzt und Teile der darunterliegenden Putzschicht freigelegt, sodass durch den Farbkontrast ein Bild erzeugt wird.

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