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Geschichte der Dreifaltigkeitskirche Köln-Poll

1928-1932

Im Jahre 1928 kamen Herr Pastor Voß, Pfarrer an St. Josef in Köln-Poll und sein Kirchenvorstand zu der Erkenntnis, daß es den Pfarrangehörigen in den neuen Siedlungen an dem Siegburger Straße nicht zuzumuten sei, den weiten Weg zur Pfarrkirche St. Josef zu machen. Nach einigen Überlegungen entschloss man sich, gemeinsam mit dem Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden Köln eine neue Kirche, der man den Namen "Hl. Dreifaltigkeit" gab, zu bauen. Die Bauarbeiten gingen so zügig voran, daß bereits am Dreifaltigkeitssonntag 1929 die feierliche Konsekration und Eröffnung der Kirche durch den Herrn Weihbischof Dr. Straeter aus Aachen vorgenommen wurde. Der erste Priester, der dem Gotteshaus vorstand, war der aus der Mutter Pfarre St. Josef entsandte 2. Kaplan Wilhelm Reiners. Er übte dieses Amt bis 1933 aus.

1933

Hl. Dreifaltigkeit, Köln-Poll Zum 1. Februar 1933 erhob man das Gotteshaus zu einer Pfarrkirche und gründete die selbständige Pfarrgemeinde St. Dreifaltigkeit. In einem Leviten-Hochamt verlas der Dechant des Dekanates die entsprechende Urkunde. Am Weißen Sonntag gingen in der neuen Gemeinde erstmalig Kinder zur Ersten HI. Kommunion. Am 28. Mai war die Einführung des ersten Rektoratspfarrers von St. Dreifaltigkeit, Herr Dr. Sebastian Hahn. Er war bis dahin Religionslehrer in Düsseldorf und löste nunmehr Herrn Kaplan W. Reiners ab, der nach Essen versetzt wurde. Die erste Pfarrprozession zog am Dreifaltigkeitssonntag unter großer Teilnahme durch die neue Gemeinde. Seit dem 30. Januar bestand in Deutschland das sogenannte "Dritte Reich". Durch seine Machthaber, die den Kirchen ablehnend gegenüberstanden, wurde die Arbeit auch in unserer Gemeinde sehr erschwert und Aktivitäten in den Gruppen und Vereinigungen konnten nur noch teilweise und später außerhalb des Kirchenraumes gar nicht mehr durchgeführt werden. So wurde das Jugendheim vorübergehend geschlossen und das Eigentum der Jugend beschlagnahmt. Ein für die Jugend gepachtetes Grundstück hinter dem Kindergarten wurde an den Gartenbauverein abgetreten, da aus politischen Gründen eine Benutzung für die Jugendgruppen nicht mehr möglich war. Das schon länger benutzte Haus (Borromäusverein) Siegburger Straße 323 hat die Gemeinde im September 1933 gekauft.

1934

Die religiöse Arbeit außerhalb der Kirche wurde durch den Nationalsozialismus immer schwerer. Als einziges konnten wir noch unsere Pfarrprozession durchführen. Der Kirchenvorstand entschloß sich zum Bau eines Pfarrhauses. Architekt und Bauleiter war V. Girolani, der in der Gemeinde wohnte.

1935

Von zeitgeschichtlicher Bedeutung scheint folgender Vermerk in der Pfarrchronik zu sein. "Für den Außenschmuck der Kirche wurden im Frühjahr 4 neue Turmfahnen und im Herbst eine große Hakenkreuzfahne angeschafft". Die letztere Anschaffung war notwendig um unnötige Auseinandersetzungen mit den Machthabern zu vermeiden Waren diese Leute doch in ganz Deutschland bestrebt, jede Gelegenheit zu nutzen, um religiöse Arbeiten zu hindern oder zu unterbinden. Typisch für diese Zeit war daher auch die Entscheidung des Schulamtes, das bei einer Visitation des Bischofs den Kindern zu dieser Feier gegen den Willen des Rektors kein schulfrei gab, um somit von vorne herein eine gemeinschaftliche Teilnahme zu unterbinden. Nach Allerheiligen schlug der Pfarrer die Anschaffung von Glocken vor. Durch Spendenzusagen der Gläubigen konnten die Glocken bestellt und im Dezember bereits gegossen werden. Die E-Glocke erhielt den Namen "Christus König" und wog 25 Zentner Die Fis-Glocke erhielt den Namen "Hl. Dreifaltigkeit" und wog 16 Zentner Die A-Glocke erhielt den Namen "HI. Maria" und wog 9 Zentner. Letztere wurden auf dem Transport beschädigt. Als Entschädigung zahlte die Reichsbahn die Hälfte eines Neugusses. Die Glockenweihe durch Herrn Dechant Althausen fand kurz vor Weihnachten statt, so daß am Hl. Abend das Geläut zum ersten Mal erklang. Die Gesamtkosten für die Glocken und Glockenstuhl betrug damals 5000 Reichsmark.

1936

Trotz der undurchsichtigen Zeit waren weitere Anschaffungen nötig, um das Gemeindeleben weiter zu fördern und die Aktivitäten drinnen und soweit wie möglich auch draußen zu verschönern. So war nach Angabe der Chronik dabei das Ereignis des Jahres die Anschaffung eines Prozessionshimmels. Mit Bedauern vermerkt der Chronist, daß die Ordensschwestern, die "An den Maien 36" ein kleines Kloster hatten, dieses aufgeben mußten, um in das neue Kloster nahe der St. Josefs Kirche zu ziehen.

1937

Damit die Eltern trotz der schwierigen politischen Verhältnisse ihre Kinder zum regelmäßigen Empfang der HI. Kommunion anleiten konnten, führte der Pfarrer den Jugendsonntag mit gemeinsamer Kommunion der Kinder und Jugendlichen ein. Eine Folge der kirchenfeindlichen Regierung war die sinkende Zahl der Erstkommunikanten. in diesem Jahr waren es nur 22 Kinder. Auch die Messdiener wurden neu eingekleidet und erhielten neue Garnituren. Auf den Vorschlag des Pfarrers nahm sich die Gemeinde vor, die in der Kirche befindliche Orgel mit 6 Registern durch eine größere mit 18 Registern zu ersetzen. Leider kam die neue Orgel bei der schlechten Akustik nicht ganz zur Geltung. Im Herbst verbot man den Geistlichen den Religionsunterricht in der Schule. Um der Weisung des Erzbischofs zum Religionsunterricht nachkommen zu können, mußte der Pfarrsaal entsprechend hergerichtet werden.

1938

Aus dem Jahr 1938 ist nur zu berichten, daß die Zahl der Kommunionkinder weiter auf 17 gesunken ist und daß zu Weihnachten eine neue Oberammergauer Krippe angeschafft wurde.

1939-1945

Hl. Dreifaltigkeit, Köln-Poll Im ersten Halbjahr fand vom 22. Februar bis zum 12.März 1939 eine Mission statt, die von Jesuiten Patres gehalten wurde. Trotz eifriger Vorbereitung durch den Pfarrer war durch den Zeitgeist der Erfolg gering. Zum 10-jährigen Bestehen der Kirche schenkte der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden unserer Gemeinde 3.000 Reichsmark. Damit wurden die Kirchenfenster mit Doppelfenstern versehen und der Innenraum konnte verputzt werden. Eine Kanzel wurde gebaut. Der Orgelraum wurde in Holz verkleidet und somit die Akustik für den Klang der neuen Orgel wesentlich verbessert. Am 1. September 1939 brach der zweite Weltkrieg aus. Zu den Einschränkungen des kirchlichen Lebens durch die Machthaber kamen nun die Schrecken und Nöte des Krieges. Das Kriegsgeschehen beeinflußte das ganze Gemeindeleben. Die Christmetten wurden auf den Morgen verschoben. In der Hoffnung, daß die Engländer an hohen Festtagen keine Fliegerangriffe starten, verlegte man die Feiern der Erstkommunion auf Ostern. Trotz Kriegswirren feierte die Gemeinde im Oktober 1940 das Silberne Priesterjubiläum von Pfarrer Dr. Hahn mit einem Festhochamt. Im Juli 1941 hatte die Kirche den ersten Fliegerschaden. Am 4. April 1942 mußten wir auf Befehl unsere Glocken - bis auf die kleine Marienglocke - für Kriegszwecke abgeben. Am 23. Mai 1943 gelobten 300 Gläubige der Gemeinde, nach dem Kriege zur Muttergottes nach Telgte in Westfalen zu wallfahren. In der Nacht vom 3. zum 4. Juli 1943 bei einem Großangriff auf Köln wurde unsere Kirche durch Phosphorbrandbomben völlig zerstört. Alles verbrannte und die Dachkonstruktion aus Stahl stürzte ein. Die in den Ruinen errichtete Notkirche war im weiteren Verlauf des Krieges noch mehrmals Beschädigungen durch Fliegerangriffe ausgesetzt. Am 1. Oktober 1943 verstarb der erste Pfarrer Dr. Sebastian Hahn. Er wurde in den aufgeräumten Trümmern seiner Kirche aufgebahrt. Hier fand auch der Trauergottesdienst im Beisein des Herrn Erzbischofs Dr. Josef Frings statt. Pfarrverweser wurde Herr Pater Hieronymus Hahn OSB, der bei seinem verstorbenen Bruder lebte, seitdem das Kloster Ettal, zu dem er gehörte, von den Nationalsozialisten aufgehoben worden war. Pater Hahn hatte am Bau der Notkirche persönlichen großen Anteil. Anfang 1945 hatten wir in Poll noch einige schwere Bombenangriffe auszuhalten und viele Häuser in der Gemeinde waren nur noch ein Schutthaufen. Ostergottesdienste konnten gar nichtabgehalten werden, da alle noch Anwesenden Tag und Nacht im Bunker blieben. Durch Evakuierungen wurde die Gemeinde immer kleiner, so daß am 13. April 1945, als die Amerikaner nach Poll kamen, sich nur noch 40 Gemeindemitglieder in der Pfarrgemeinde befanden.

1945-1947

Krieg und Naziherrschaft hatten ein Ende, und es begann die schwere Nachkriegszeit. Bald wuchs die Gemeinde wieder, und eifrig bemühte man sich, die Trümmer des Krieges zu beseitigen. Aber auch die unübersehbaren Schäden an Leib und Seele mußten geheilt werden. Die Gemeinde hat 38 Mitglieder als Gefallene oder Tote zu beklagen. Der Wiederaufbau des religiösen und gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde war die vordringliche Aufgabe. Es gab wieder Jugendgruppen, junge Männer schlossen sich in der Pfadfinderschaft St. Georg zusammen. Die Frauengemeinschaft wurde aktiviert, das katholische Männerwerk gegründet. Kurz, man bemühte sich, trotz der Kriegsschäden und der wohl schlimmsten Nachkriegsperiode, welche von Hunger und Kälte gezeichnet war, ein reges Pfarrleben aufzubauen.

1948

Mit der Zeit fanden sich wieder alte und junge Familien in der Gemeinde ein. Die jüngeren Familien mit Kindern gründeten den "Kreis junger Familien". Glaubensgespräche und praxisbezogene Referate wurden geführt und belebten so das langsam wachsende Gemeindeleben. Am 20. Juni 1948 wurde die Währungsreform durchgeführt. An Stelle der Reichsmark gab es nun die Deutsche Mark. Die Gemeinde verlor 17.000 Reichsmark, die sie mühsam aus kleinen Beträgen, Spenden und Kollekten zusammengespart hatte.

1949

Im Mai 1949 wurde Herr Pater Hahn verabschiedet, nachdem er die Gemeinde von 1943-1949 gelenkt und betreut hatte. Am 22. Mai 1949 wurde Herr Pastor Paul Milde als Pfarrer von St. Dreifaltigkeit bestellt. An seiner Einführung nahmen außer den Gläubigen der Gemeinde zahlreiche Freunde und Bekannte aus seinen bisherigen Wirkungsstätten teil. Es ist ganz natürlich, daß von dem jungen Pastor viele Impulse ausgingen, die das ohnehin schon gute Pfarrleben noch mehr beleben sollten. Als Schwerpunktarbeit lag ihm die Jugendarbeit besonders am Herzen. Da die von ihm übernommene Pfarrkirche in Trümmern lag, setzte er sich für den Wiederaufbau der Kirche ein. Ab sofort wurde 'am ersten Sonntag des Monats eine entsprechende Kollekte abgehalten. (Ein Bestandteil unserer Gemeinde, den es bis heute noch gibt.) Herr Pater Hahn feierte mit uns in unserer Gemeinde sein silbernes Priesterjubiläum, und wir erlebten so die Gemeinschaft mit unserem früheren Seelsorger. Die Karwoche wurde bewußt von allen Gläubigen mitgefeiert, und am Abend zur Osternacht erlebte die Gemeinde eine feierliche Taufe von vier Erwachsenen. Etwas vom Geist der Urkirche wurde lebendig. Schon vor seiner Einführung hatte Herr Pastor Milde sich mit Erfolg darum bemüht, daß das ehemalige HJ-Heim der Gemeinde für Jugendarbeit zugesprochen wurde. Im Mai konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Trümmer räumen, Ausschachtungen, Steine klopfen für den Aufbau, alles das besorgen freiwillige Helfer der Gemeinde. An dem Neubau des Kindergartens, der gleichzeitig in Angriff genommen wurde, beteiligten sich die interessierten Eltern durch persönlichen Einsatz.

1951

In dem mittlerweile wieder aufgebauten ehem. HJ -Heim, welches jetzt den Namen "Haus des jungen Mannes" (Bernhard Letterhaus) erhalten hatte, fanden 60 Jungen ohne Eltern ein Heim. Die Gesamtleitung des Hauses übernahm Herr Servi Schüller. Zum Kauf des Grundstücks verwendete die Gemeinde neben Sammlungen und Spenden den Erlös aus dem Verkauf des Hauses Siegburger Straße 323. Im März beschloß der Kirchenvorstand den Wiederaufbau der Kirche. Diskussionen und Aussprachen, sowie Befragungen der ganzen Gemeinde brachten das Ergebnis zustande, eine ganz andere, neue Kirche zu bauen. Der Neubau war ein Wagnis, da uns zunächst doch recht wenig finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Die Grundsteinlegung war die letzte Feier in der bestehenden Notkirche. Dieselbe wurde abgebrochen und mit den anderen Trümmern beseitigt. Die Gemeinde mußte sich eine Zeitlang mit ihren Gottesdiensten behelfen. Sobald es aber möglich war, hat man die Sonntagsmessen in der Baustelle des zukünftigen Kirchenraumes gefeiert. Es stellte sich heraus, daß der Kirchturm renoviert werden mußte. Gleichzeitig sollte der Turm der Kirche angepaßt und erhöht werden. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt und wieder lag ein neues Bauvorhaben in der nächsten Sitzung des Kirchenvorstandes auf dem Tisch. Eine Bereicherung des Gotteshauses war zu Weihnachten das vom Künstler Toni Zenz geschaffene große Kreuz im Altarraum.

1953

Am 18. Januar 1953 gründeten auf Anregung von Herrn Pastor Milde interessierte Bürger aus den Gemeinden St. Dreifaltigkeit und St. Josef Poll die Baugemeinschaft "Poller Milchmädchen e.V.", um familiengerechte Wohnungen zu bauen. Das Baugelände lag zwischen der Kirche und dem Bauernhof Mühlenmeister.

1954

Zu einem Zeitpunkt, als Konrad Adenauer Bundeskanzler und Ernst Schwering OB von Köln waren, konnte die Baugemeinschaft "Poller Milchmädchen" den ersten Erfolg verbuchen. Am Ostermontag erfolgte die Grundsteinlegung durch den Herrn Weihbischof Dr. Ferche.

1955

im Jahre 1955 wurde die Kirche durch weitere künstlerische Darstellungen bereichert. Die Eingangstür erhielt geätzte Scheiben. Hier wird, wie auch schon im Tabernakel, die Begegnung Abrahams mit den drei göttlichen Gästen dargestellt. Toni Zenz, der Künstler, ließ sich hier von einer bekannten russischen Ikone anregen. Ein neuer Taufbrunnen, auch von Toni Zenz entworfen, ergänzte die Einrichtung der Kirche. Wie bei den meisten seiner Werke schöpfte der Künstler auch hier seine Inspiration aus der Heiligen Schrift. Im Oktober fand die Einweihung unseres neuen Jugendheimes statt. Ein wichtiger Schritt beim Bau eines Pfarrzentrums. Es stehen Gruppenräume zur Verfügung, eine Küche ist vorhanden, und bei unseren traditionellen Pfarrfesten, Karnevalsfeten und sonstigen Veranstaltungen kommt uns der große Saal besonders zugute. Den Grund und Boden hierfür überließ die Baugemeinschaft "Polier Milchmädchen" der Pfarrgemeinde. In diesem Zusammenhang wurden die Straßen "Rolshover Kirchweg" und "Rolshover-Hofweg" im Bereich des Pfarrzentrums aufgehoben.

1956

Der Katholikentag in Köln beschäftigte alle Gläubigen. Viele Gäste, besonders aus der DDR, sind in der Gemeinde in Privatquartieren untergebracht worden. Sieben Leuchter für den Hochaltar waren die Anschaffung dieses Jahres. Sie versinnbildlichen die sieben Gemeinden, von denen der Apostel Johannes in der Geheimen Offenbarung spricht. Sie stehen stellvertretend für die ganze Gemeinde um den Altar. Im September wurde Herr Kaplan Alfons Hinz als Kaplan an unserer Pfarre ernannt.

1957

Am 17. o Februar feierte Herr Pastor Milde mit seiner ganzen Gemeinde das silberne Priesterjubiläum. Das nach den neuesten liturgischen Gesichtspunkten gestaltete und künstlerisch abgestimmte Gotteshaus, bot die Möglichkeit, diesen Festtag besonders schön und festlich zu begehen.

1958

In den ersten Wochen des Jahres begannen wir mit der Vorbereitung einer Volksmission, die in der Zeit vom 23. Februar bis zum 9. März stattfand. Die Mission wurde überschattet von einer schweren Krankheit unseres Pastors. Gott sei Dank war er Weißen Sonntag soweit wieder gesundet, daß er die Messe für die Erst-kommunionkinder lesen konnte. In unserer Gemeinde wurde, durch die Firma DEWOG ein Altenwohnheim gebaut. Zwischen Siegburger Straße und Poller Kirchweg beginnt man mit dem Bau der "zweiten Milchmädchensiedlung." Im Kirchenvorstand wurde die Renovierung des Pfarrhauses und eine bauliche Veränderung des Studierzimmers beschlossen.

1959

Eine neue Orgel war das Wunschziel des Jahres 1959. Durch die große Opferfreudigkeit der Gemeinde war das Ziel bald erreicht. In einer Feierstunde konnte die Orgel bereits im August eingeweiht und in Betrieb genommen werden. Es handelt sich um eine Schleifladenorgel mit 22 Registern und 1630 Pfeifen. Im Mai kam der Neupriester Herr Klaus Busch als Kaplan in unsere Pfarre und löste den bisherigen kranken Herrn Kaplan Hinz ab. Wir waren froh, einen zweiten Geistlichen zu haben, da das aktive Pfarrleben mittlerweile recht groß geworden war.

1960-1961

Ferien auf der niederländischen Insel TEXEL war "das" Erlebnis unserer Jungen in diesem Jahr. Alle waren begeistert. Seitdem ist Texel jährlich das beliebteste Ferienziel unserer Jungen. Im Laufe der nächsten Jahre wurden verschiedentlich auch Mädchenlager dort durchgeführt. Das Meer und die Schönheit der Insel hat die Jugendlichen, Gruppenführer und Lagerleiter immer wieder dazu bewogen, Ferien auf der Insel zu machen. Allen, die sich für eine solche Sache zur Verfügung gestellt haben, um die Durchführung solcher Ferienlager zu ermöglichen, sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt "Die Insel Texel zu kennen, gehört in Poll zur Algerierin Bildung" Und es wurde weiter gebaut. Als Ergänzung des Pfarrzentrums wurde das Haus für die Pfarrbücherei mit Lesestube und einer Wohnung für die Seelsorgehelferin erstellt. Daran anschließend ein Haus für die Küsterwohnung. Die künstlerische Gestaltung der Kirche wurde weiter durchgeführt. So erhielt das Altarkreuz auf der Rückseite eine Zierde von 12 Karneol-Edelsteinen. Sie versinnbildlichen die zwölf Stämme Israels.

1962

Sogleich bei Beginn des Jahres versuchte der Pfarrer die äußeren Handlungen bei der HI. Messe zu erklären. Die Übung, beim Eintritt in die Kirche eine Hostie in die Opferschale zu legen, versinnbildlicht die Selbsthingabe. Beim Offertorium werden die geopferten Gaben mit der Priesterhostie in eine Schale gelegt, in der Wandlung verwandelt und bei der Kommunion als Brot des Lebens wieder ausgeteilt. Auch die Geldspenden bei der Opferung sind als Zeichen unserer Selbstaufopferung zu werten und werden zu den Stufen des Altares getragen. Beide äußeren Zeichen sind feste Bestandteile einer jeden Messe. Die Bemühungen um eine katholische Volksschule in unserem Pfarrbezirk wogten lange Zeit hin und her, waren aber am Ende erfolgreich. Der Wunsch der Gemeinde und auch der meisten Anwohner der zweiten Milchmädchensiedlung, diese Siedlung ganz der Pfarre St. Dreifaltigkeit anzugliedern, ging nicht in Erfüllung und ist auch heute noch offen. Allerdings hat die Frage durch den Wandel der Zeit an Bedeutung verloren. Wie die Urchristen am Palmsonntag vom Ölberg in die Auferstehungskirche zogen, so zog unsere Gemeinde in diesem Jahr erstmals mit vorher geweihten Palmzweigen in einer Prozession vom Jugendheim in die Kirche, Ein Brauch, der bis heute lebendig ist. Ein Wandteppich, geschaffen von Toni Zenz, war an diesem Weihnachtsfest das Geschenk für die Gemeinde als weitere künstlerische Bereicherung unserer Kirche. Die vorgesehene Gestaltung der Gartenanlagen war kostenmäßig so hoch, daß der Kirchenvorstand beschloß, davon Abstand zu nehmen. Ein Bruder des Pastors erklärte sich bereit, die Gärten anzulegen.

1963

Da die Bauvorhaben und baulichen Ergänzungen des gesamten Gemeindezentrums zum größten Teil durchgeführt waren, konnte man die religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten stärker in den Vordergrund schieben. Von einer Studienfahrt ins Heilige Land brachte Herr Pastor zahlreiche Dias mit. In einem Lichtbildervortrag ließ er interessierte Gemeindemitglieder an seiner Reise teilhaben. In diesem Jahr wurde die katholische Volksschule "Am Altenberger Kreuz" eröffnet. So wurde der gestiegenen Bevölkerungszahl Rechnung getragen. Im Jahre 1966 besuchten 280 Kinder die Schule, die von 7 Lehrpersonen in 8 Klassen unterrichtet wurden. Dem Wunsch der Männer entsprechend, verlegte man den monatlichen Männervortrag auf den Sonntagvormittag. Der Vortrag für Frauen wird weiterhin an einem Wochentag gehalten. Zu erwähnen sind noch Einkehrtage der Frauen und ein Wochenende mit Pater Ostermann vom Männerwerk. Im Bereich der Gartenanlage wurde für gesellige Veranstaltungen eine Tanzfläche angelegt und für die Jugendgruppen zur sportlichen Betätigung ein Sportplatz geschaffen.

1965

Anfang des Jahres erfuhr unsere Gottesdienstordnung insofern eine Änderung, als die Vorabendmesse am Samstagabend eingeführt wurde. Diese Regelung wurde allgemein, besonders für die Sommermonate, begrüßt. In der Fastenzeit wurde die vom Konzil beschlossene Liturgiereform durchgeführt. Für unsere Gemeinde war die Umstellung nicht so überraschend. Einiges war uns schon bekannt. Hatte doch unser Pastor manche Änderung mit Erlaubnis des Kardinals schon früher eingeführt. In der Gemeinde ging die Rede um: "Die in Rom müssen nach St. Dreifaltigkeit Pol I kommen, um zu sehen, was geändert werden muß." Karfreitag gab es für die Gemeinde wieder eine künstlerische Neuerung. Nach der Kreuzenthüllung erstrahlte der Korpus in Silber. Die aus Kostengründen bei der Anschaffung zurückgestellte Silberfassung hatte der Kirchenvorstand jetzt beschlossen und nachholen lassen. Das Schriftwort, das den Künstler bei der Schaffung des Kreuzes inspiriert hatte: "Wenn ich erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen", kam jetzt noch besser zum Tragen. Die immer wiederkehrenden jährlichen Veranstaltungen in der Gemeinde - Karneval, Patrozinium, Ferienlager usw. sind mittlerweile zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders geworden. Eine vom Kinderchor unter Leitung von Herrn Rektor Keul mit rhythmischen Gesängen gestaltete Messe fand viel Anklang.

1966

Erstmalig wurde unsere Pfarrprozession vom Jugendblasorchester unserer Schule begleitet. Beim anschließenden Frühschoppen im Pfarrsaal konnten wir Dr. Max Adenauer - Sohn des ersten Bundeskanzlers - als Gast begrüßen. Der Altbundeskanzler selbst besuchte Poll anlässlich einer Kundgebung. Die Fertigstellung der Kaplanei - es wurde ja immer noch gebaut - war Anlaß zum vorgesehenen Wechsel des Kaplans. Herr Kaplan Busch, der 7 Jahre in der Gemeinde gewirkt hatte, nahm Abschied und übernahm in Wuppertal eine Gemeinde als Pastor. Seine Stelle bei uns übernahm Herr Kaplan Herbert Vossebrecher. Im Oktober 1966 war Firmung und Visitation durch unseren Kardinal und Erzbischof Josef Frings.

1967

Am Anfang des Jahres begannen der Herr Pastor und die Gemeinde mit den Vorbereitungen für die vorgesehene Volksmission. An Stelle der sonst üblichen Ordensleute wurde die Mission von drei Priestern gehalten. Die Sozialsiedlung "Am grauen Stein" wurde in die Missionsarbeit einbezogen. Eine neue Monstranz in Form einer Weltkugel wurde angeschafft. Sie wurde aus den gespendeten Spargroschen der Kommunionkinder mehrerer Jahre finanziert. Herr Kaplan Vossebrecher machte sein Musikexamen, was sich in den folgenden Jahren für unsere Gemeinde bei der Gestaltung von Gottesdiensten sehr positiv auswirkte.

1968

Am Weißen Sonntag sang der Kirchenchor, begleitet von einem Orchester unter Leitung von Rektor Hans Keul, eine Messe, die von Herrn Kaplan Dr. Vossebrecher komponiert worden war. Durch die neue Schulreform mußten die Eltern die Entscheidung treffen, ob sie ihre Kinder in Zukunft in die Gemeinschafts-Hauptschule in Deutz oder zur Katholischen Hauptschule am Großen Griechenmarkt in Köln schicken sollten. Die Überzahl der Eltern entschied sich für die katholische Hauptschule. Immer wieder wurde versucht, die ganze Gemeinde in die Gemeinschaft einzubeziehen. So zog in diesem Jahr die Pfarrprozession in die Randgebiete der Pfarre - in die Sozialsiedlung "Am grauen Stein" - wo mitten in der Siedlung als Höhepunkt die HI. Messe gefeiert wurde. Initiator war Herr Günter Stein, der als Diakon und Sozialarbeiter in unserer Gemeinde tätig war. Schon seit geraumer Zeit hatte sich gezeigt, daß der Kirchturm nicht mehr renoviert werden konnte, weil er baufällig war. Am 21. Juli beschloß der Kirchenvorstand den Neubau eines Turmes. Nach Genehmigung durch die Stadt Köln und nach Abstimmung mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat wurde der Auftrag für den Abriß des alten Turmes und für den Bau des neuen freistehenden Campanile erteilt. Wie bei allen Planungen gab es in der Gemeinde pro und contra wegen des Turmes. Herr Pastor Milde mußte viele Erklärungen abgeben, um die Gemeinde von dem künstlerischen Gesamtkonzept zu überzeugen. Herr Kaplan Dr. Vossebrecher wurde hauptamtlicher Religionslehrer am Gymnasium in Deutz und stand der Pfarre nur noch als Subsidiar zur Verfügung. Im Oktober 1968 wurde der erste Pfarrgemeinderat gewählt und löste den bisherigen Pfarrausschuß ab.

1969

Im Juni beschloß der Kirchenvorstand die Anschaffung neuer Glocken, damit sie vor Fertigstellung des neuen Turmes aufgehängt werden. Trotz Antikirchlicher Agitation fanden sich die Gläubigen bereit, die Anschaffung durch große Spenden zu finanzieren. Am 5. Dezember wurden die Glocken im Beisein von Gläubigen gegossen und am 17. Dezember durch Herrn Prälat Kowalski geweiht. Die Glocken haben nachstehende Namen und sind wie folgt gestimmt: Wie das erste Geläut von St. Dreifaltigkeit, das Opfer des Krieges wurde, so erklangen auch die neuen Glocken zum ersten Mal am Heiligen Abend. Entsprechend der Liturgiereform war eine Änderung des Altarraumes erforderlich. Anlässlich der Firmung durch den Herrn Weihbischof Dr. Frotz im März war der Altar provisorisch hergerichtet und umgestellt worden. Der Weihbischof hielt die neue Anordnung für gut. Zum Palmsonntag war der Altarraum fertiggestellt. In der Mitte zum alles beherrschenden Zeichen das KREUZ. Etwas seitlich in den Vordergrund gerückt der ALTAR. In Beziehung zum Altar steht an der anderen Seite der AMBO für die Verkündigung des Wortes.

1970

Umfangreiche Renovierungsarbeiten waren notwendig, da beim Bau der Kirche die finanziellen Mittel noch sehr knapp waren und überall gespart wurde. Die Taufkapelle erhielt einen neuen Boden. Der Tabernakel fand einen neuen Platz in der Marienkapelle, die nunmehr als Sakramentskapelle genutzt wurde. Herr Diakon Günter Stein, der drei Jahre in der Pfarre tätig war, verließ uns wieder und ging nach Köln-Seeberg. Ein neues Kunstwerk verschönerte unser Gotteshaus zu Weihnachten. Ein Wandbehang als Rückenlehne zur Priesterbank. Die darauf gestickten zwölf Lämmer versinnbildlichen die 12 Apostel.

1971

Ende Januar erreichte uns die Nachricht vom Tode des Herrn Paters Hieronymus Hahn, der bis 1949 die Pfarre leitete. Zum ersten Mal nach 94-jährigem Bestehen der St. Hubertus-Schützenbruderschaft wurde der Festgottesdienst aus Anlaß des Schützenfestes in unserer Kirche gefeiert. Im Juni wurde das 20-jährige Bestehen der Heimstatt "Haus des jungen Mannes" gefeiert. Der Hauptanlaß war jedoch, daß Herr Servi Schüller 25 Jahre im kirchlichen Dienst tätig war. Viele Gäste, unter denen auch ehemalige Heimbewohner waren, kamen zu dieser Feier.

1972

In der Fastenzeit feierten wir mit Herrn Pastor Milde dessen 40jähriges Priesterjubiläum. Unter Einsatz aller ist diese Feier ein eindrucksvolles Erlebnis für die ganze Gemeinde geworden. Die Vorbereitung dieses Jubiläums wurde durch ein Triduum eingeleitet. Am 27. Februar fand dann der Festgottesdienst statt. Beim anschließenden Festakt hielt Herr Domkapitular Dr. J. Teusch die Festansprache. Im Juli übernahm Frau M. Bold die Rendantur der Gemeinde, da Herr M. Nücken nach 20 Jahren aus gesundheitlichen Gründen dieselbe abgeben mußte.

1973

Nachdem es in Poll keine Ordensschwestern mehr gab, verpflichteten die beiden katholischen Pfarren die frühere Krankenschwester Frau Helga Schwalbach zur Versorgung der Hauskranken. Die Finanzierung der Schwester erfolgte durchlaufende freiwillige Zahlungen der Pfarrmitglieder beider Pfarreien. Eine Krankenstation für Schwester Helga wurde in unserem Kirchturm eingerichtet. Ein sozialer Beratungsdienst für Polier Bürger wurde von beiden katholischen Pfarreien und der evangelischen Gemeinde ins Leben gerufen.

1974

25 Jahre ist Herr Pastor Milde Pfarrer an St. Dreifaltigkeit in Poll. Nach einem festlichen Gottesdienst dankte die Gemeinde im Jugendheim ihrem Pastor für seinen Einsatz für den ganzen Ort Poll. Diese Ehrung wurde ihm auch staatlicherseits zuteil. Herrn Pastor Milde wurde das Bundesverdienstkreuz am Bande durch Hr. OB Nes-Ziegler verliehen. In diese Zeit fiel auch die Herausgabe eines schon langen geplanten Bildheftes über die Kirche St. Dreifaltigkeit durch Herrn Pastor Milde. Das Heft soll dem Besucher der Kirche in Wort und Bild helfen, Zugang zu den Kunstwerken zu finden. Das Heft ist nach wie vor aktuell und liegt im Schriftenstand der Kirche aus. Gegen Entgelt kann es erworben werden.

1975

Das alljährliche Treffen der aktiven Mitarbeiter am 6. Januar wird keiner der anwesenden Gäste vergessen. Herr Pastor Milde fühlte wohl, daß er zum letzten Mal in dieser Runde sprechen dürfe. In einer ergreifenden, eindrucksvollen Rede nahm er Abschied. Er ermutigte alle Anwesenden, sich am Beispiel Jesu zu orientieren, dessen Weg über die Entäußerung am Kreuz zur Herrlichkeit des Vaters führte. Er bat alle, der Gemeinde weiterhin zu dienen. Der Gesundheitszustand des Pastors verschlechterte sich zusehends. Nachdem er wußte, daß die Gemeinde wieder einen Pastor erhalten würde, reichte er schweren Herzens seine Pensionierung ein. Am 3. Februar mußte er ins Krankenhaus. Der höchste Feiertag von Köln, "Karneval", stand vor der Tür. Es kam die Frage auf: "Können wir in der Gemeinde Karneval feiern, wenn der Pastor schwer krank darniederliegt?" Herr Pastor Milde traf die Entscheidung selbst. Auf einer Postkarte schrieb er an Herrn F. Inden: "Feiert Karneval". Am 27. Februar 1975 verstarb Herr Pastor Milde. Er wurde am 5. März unter großer Anteilnahme der ganzen Gemeinde und seiner vielen Freunde im Priestergrab der Pfarrgemeinde auf dem Deutzer Friedhof beigesetzt. Schon im Kirchlichen Anzeiger vom 17. Februar wurde bekanntgegeben, daß Herr Kaplan Richard Karwelat aus Neuss zum neuen Pfarrer an St. Dreifaltigkeit ernannt wurde. Am 20. April wurde Herr Pastor Karwelat in einer Eucharistiefeier von Herrn Dechant Neuwinger in sein Amt eingeführt. Nach der Messe fand die Begrüßung durch die Gemeinde und Gratulation der auswärtigen Gäste in der Turnhalle der katholischen Grundschule statt. Die nächsten Wochen und Monate standen im Zeichen des sich Kennenlernens. Die religiösen Aktivitäten, die durch die Krankheit von Herrn Pastor Milde etwas ruhiger geworden waren, werden nun wieder neu belebt.

1978

Es mußte mal wieder gebaut werden, und man nahm sich den Umbau der Taufkapelle vor. Von den Glasbausteinen der bestehenden Taufkapelle waren viele zerstört. Da man damit rechnete, daß auch neue Glasbausteine bald wieder unansehnlich würden, entschloß sich der Kirchenvorstand, die Kapelle mit einer Ziegelwand und zwei senkrechten Fenstern neu aufzubauen. Das sonstige Pfarrleben mit Veranstaltungen und immer wiederkehrenden Aktivitäten nahm seinen gewohnten Lauf. Nachdem Schwester Johanna Baptist, die als Ärztin in einer Missionsstation in Monterredondo / Kolumbien arbeitet, uns in einem Diavortrag die Probleme und die Armut der dort lebenden Bevölkerung schilderte, haben wir engere Kontakte zu dieser Station geknüpft. Einfache Häuser sollen errichtet werden, Erwachsene erhalten in Abendkursen eine Ausbildung. Für Kinder, die zum Teil Waisen sind, soll ein Internat gebaut werden. Mit einem Teil des Erlöses unseres Weihnachtsmarktes, sowie mit Beiträgen aus der Jugend und dem Kindergarten wollen wir versuchen, für Kinder und Familien eine Linderung der Not zu schaffen. Vielleicht können wir auch Patenschaften für einzelne Kinder vermitteln.

1979

Ein besonderes Ereignis des Jahres 1979 war das 50-jährige Bestehen des Cäcilien Chores. Äußerliche Feier war am 20. Mai, der mit einer Festmesse begangen wurde. Der Chor sang die Messe in G-Dur von Schubert. Anschließend fand ein Umtrunk für die ganze Gemeinde im Jugendheim statt. Aus Anlaß des Jubiläums unternahm der Chor eine Romwallfahrt vom 5.-14. Oktober, wobei der Höhepunkt des "Goldenen Jahres" zweifelsohne das Auftreten im Petersdom zu Rom und im Markusdom in Venedig war. 58 Mädchen und Jungen empfingen durch Herrn Weihbischof Dr. Frotz das Sakrament der Firmung.

1980

Hl. Dreifaltigkeit, Köln-Poll Die beherrschenden Ereignisse dieses Jahres waren das Dornjubiläum (vor hundert Jahren wurde der Kölner Dom vollendet) und der Besuch des Heiligen Vaters, Papst Johannes Paul II in Deutschland, wobei für uns der Höhepunkt am 15. November war, als der Papst Köln besuchte. Die Anteilnahme der Bevölkerung war trotz des schlechten Wetters groß. In diesem Jahr wurde erstmals eine gemeinsame Prozession mit der Gemeinde St. Josef durchgeführt. Die Gläubigen zogen von ihren Kirchen aus und trafen sich auf dem Schulhof der Sonderschule. Dortfand die gemeinsame Messfeier statt, um anschließend gemeinsam zum Schlußsegen zu unserer Kirche zu ziehen. 1981 Die geburtenarmen Jahrgänge machten sich bemerkbar. In diesem Jahr hatten wir nur 12 Erstkommunionkinder. Ende März verließ uns unser Organist Guido Kaiser, der seit 1974 in unserem Dienst war. In ihm verlieren wir einen guten Organisten. An seine Stelle trat Herr Gerald Fork den Dienst an. Erstmalig fand eine "Krabbelmesse" statt. Eltern mit Kleinkindern wurden zum Gottesdienst eingeladen und gingen anschliessend zum gemeinsamen Frühstück ins Jugendheim. Das Echo war so positiv, daß man diese Art des Gottesdienstes einige Male wiederholte. 19 Vietnamesen und 6 Eritreer wurden in unsere Heimstatt "Haus des jungen Mannes" aufgenommen. Die jungen Männer sind aus politischen Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet. Sie machen zunächst einen..Deutsch-Kurs mit,,Vervollständigen danach ihre Schulbildung, um einen Beruf erlernen zU'können. Die Gemeinde hat über 4 500 DM gesammelt, um die jungen Leute mit etwas Kleidung auszustatten. Ein Kreis von Damen und Herren hat es übernommen, den Ausländern bei ihren Hausaufgaben zu helfen.

1982

Es fand wieder ein Wochenende der Jugendlichen mit ihren Eltern unter dem Thema "Freizeitgestaltung" statt. Wie immer war diese Veranstaltung gut besucht und hatte durch Themengestaltung und lebhafte Diskussionen ein erfreuliches Echo. Im April trafen sich einige Damen und Herren um ihre Goldkommunion zu feiern. Durch die politischen Verhältnisse in Polen wird die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Kleidung immer schwieriger. Unsere Pfarre hat Kontakt zur katholischen Pfarre von Sanok/Polen aufgenommen. Durch eine Paketaktion der Pfarr-Caritas, aber auch durch Pakete einzelner Gemeindemitglieder wird versucht, etwas zu helfen. Mehr als ein Zeichen der Hilfsbereitschaft kann es nicht sein! Der Pfarrgemeinderat machte sich erste Gedanken zur Feier des 50-jährigen Pfarrjubiläums. Es wurde beschlossen, die Feierlichkeiten auf das ganze Jahr 1983 zu verteilen unter dem Leitgedanken "50 Jahre gemeinsam unterwegs". Über 50 Gemeindemitglieder verbrachten im Oktober einen Kurzurlaub am Gardasee/Italien, um Sonne für die kommenden Wintermonate zu tanken.

1983 Jubiläumsjahr

Wie schon seit langen Jahren üblich, lud Herr Pastor Karwelat am 15. Januar alle aktiven Mitarbeiter der Gemeinde zu einem Neujahrsempfang ein. Es war ein lebhafter Gedankenaustausch über das vergangene und das kommende Jahr. Die erste Festlichkeit feierten wir am 30. Januar. Aus Anlaß der Gründung der Pfarrgemeinde fand ein Festgottesdienst statt. Die Messe zelebrierte Herr Pastor Pütz von St. Josef. Zur feierlichen Ausgestaltung des Gottesdienstes sangen die Kölner Sängerknaben Holweide.

Schlußwort

50 Jahre sind im Leben eines Menschen eine lange Zeit, im Leben einer Gemeinde, einer Stadt, eines Volkes, nur ein Zeitabschnitt. Wenn in dem vorliegenden Bericht nur über die herausragenden Ereignisse gesprochen wird, so muß doch darauf hingewiesen werden, daß eine lebendige Gemeinde Voraussetzung für den Aufbau von Kirche und Pfarrzentrum ist. "50 Jahre gemeinsam unterwegs" verpflichtet uns alle, auch weiterhin diesen Weg zu gehen zum Segen für unsere ganze Gemeinde.

Quelle: Festschrift 50 Jahre Hl. Dreifaltigkeit / Foto: © Albert Ackermann


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