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Schörreskaar
Schürreskaar

... im Rechtsrheinischen, im Bergischen Land, von Düsseldorf bis Bad Godesberg, findet man den Begriff "Schürreskaar" und "Schörreskaar".

Schörreskaar, Schürreskaar oder auch Schorreskaar ist Dialekt. Dialekt im und am Rande des Bergischen Landes. Hier findet man ihn noch, den Begriff Schürreskaar. Im Hochdeutschen sagt man Schiebekarre oder auch Schubkarre. Wobei Schubkarre wohl der gängige Begriff ist. Schörres oder schörgen kommt von Schieben, von Fortschaffen. Aus schürgen, schürjen ist durch Zusammensetzung schörre, auch schürre oder schörres geworden. Schon die Beueler Wäschwiiever verwendeten die Schörreskaar, ebenso die Heinsberger. Dort findet man die Schörreskaar unter anderem im Liedtext. Auf dem Dorf wurde sie auch mit Vorliebe als Transportmittel für trunkene Kumpane genutzt. In Rösrath besteht seit Jahren der Verein, die "Rösrather Schörreskaar-Jonge". Ihr ehemaliger Vorsitzender Peter Wilden hat sich mit den Thema Schörreskaar intensiv beschäftigt und das Brauchtum rund um die Kaar gefördert. Das alles ist nachzulesen in einem Bericht von Georg Geist, im Rheinisch Bergischen Kalender 2000. Mit der Zeit entstand um die Schörreskaar dann in verschieden Orten das Schürreskaare-Rennen. Ein Dorffest für die ganze Familie.

Die Schürreskaar wurde ursprünglich komplett aus Holz gebaut. Ein Transportmittel wie es früher in der Landwirtschaft, auf Bauernhöfen, aber auch im privaten Bereich genutzt wurde, um hilfreich schwere und sperrige Lasten zu transportieren. Im Ursprung war es eine einrädrige Holzkarre mit einer Ladefläche in der Art eines Lattenrostes. Mit ihr konnte man fast alles transportieren, angefangen vom Sack Getreide über Einrichtungsgegenstände bis hin zum Mist.* In besonderen Fällen wurden eben auch Mitbürger damit nach Hause geschafft. Wenn die Kumpels beim Frühschoppen mal zu tief ins Glas geschaut hatten, musste man sie ja irgendwie bei der lieben Gattin abliefern und das geschah dann mit besagter, allerdings sauberen, Schürreskaar.
Heutzutage findet man dieses ehemals bäuerliche Transportmittel noch bei den Schürreskarren-Rennen. Die moderne Form ist in der Regel aus Metall und wird unter dem Begriff Schubkarre in Baumärkten angeboten.

Schürreskarrenrennen werden in verschieden Orten des Bergischen Landes noch durchgeführt. Wie zum Beispiel in Bensberg, Düsseldorf-Urdenbach, Berghausen (Langenfeld), Herkenrath, Köln-Rath, Köln-Flittard, Kürten, Marialinden, Rösrath, Sinzig-Löhndorf, Ensen-Westhoven und in Köln-Poll.

➯ Schörreskaar in Dialekt bei Wikipedia

Quelle: Georg Geist: Rösrath und seine übermütigen Schörreskaar-Jonge
Wie in unserer Zeit eine Idee zur volksnahen Tradition werden kann, in: Rheinisch-Bergischer Kalender 2000, Heimatjahrbuch für das Bergische Land, 70. Jahrgang, Bergisch Gladbach 1999, Seite 268-272, ISBN 3-87314-344-5


Die klasissche Schörreskar aus Holz   Die klasissche Schörreskar aus Holz

Schörreskaar von Bauer Kleinschmidt   Schörreskaar von Bauer Kleinschmidt

Schörreskaar beim Torf abbau   Schörreskaar beim Torf abbau

Schörreskaar beim Torf abbau   Schörreskaar beim Torf abbau

Schörreskaar in Moorbach   Schörreskaar in Moorbach

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